1938 – Aus Wien vertriebene/ermordete jüdische Fotografen und Fotografinnen: Josef Popper – Fotograf und Ansichtskartenverleger


Josef Popper arbeitete in Wien bis in die 1930er Jahre hinein als Fotograf, der vor allem aber als Ansichtskartenverleger bekannt wurde. Popper wurde am 9. Juli 1862 in Wien als Sohn von Bernhard (Bernard) Popper, einem Kaufmann aus Güns/Ungarn, und der Katharina (*Prerau/Mähren), geborene Grün, geboren. Er war mit Leopoldine (Poldi) (2.1.1868 Wien – 21.5.1938 Wien), geborene Jellinek, verheiratet. 1889/90 absolvierte er die Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und handelte zunächst seit zirka 1901 mit Ansichtskarten in Wien 2. Taborstraße 9. Seit Jänner 1911 arbeitete er als gewerbebehördlich angemeldeter Fotograf (Reisefotograf sowie Verlag und Vertrieb von Ansichtskarten) und übte sein Gewerbe bis zirka 1912 am Standort in Wien 2. Ferdinandstraße 28 und von 1912 bis 1938 zunächst in Wien 2. Taborstraße Nr. 17 und dann auf Nr. 26/Glockengasse 1 aus. Hier waren Josef Popper und seine Ehefrau bis 1938 auch wohnhaft.

Josef und Leopoldine Popper waren jüdischer Herkunft und der NS-Verfolgung ausgesetzt. Sein Gewerbe wurde am 15. Juli 1938 abgemeldet. Leopoldine verstarb unter ungeklärten Umständen am 21. Mai 1938 in Wien. Josef Popper lebte bis zu seiner Deportation in einer Sammelwohnung in Wien 2. Zirkusgasse 3 und wurde am 27. August 1942 von Wien in das Ghetto Theresienstadt deportiert und am 14. November 1942 ermordet.


Quellen:
Archiv der WKÖ, Gewerbeakt Popper Josef.
ÖStA, AdR, E-uReang, FLD, Zl. 38/379, Popper Josef.
Matriken der IKG Wien, Geburtenbuch 1862, Popper Joseph.
Matriken der IKG Wien, Trauungsbuch 1895, Popper Josef, Leopoldine Jellinek.
Zeitungen und Zeitschriften:
Allgemeiner photographischen Zeitung, H. 7, 1938, S. 127 (Gewerbelöschung).
Allgemeiner photographischen Zeitung, H. 8, 1938, S. 140.
Literatur:
Terezinska Pametni Kniha/Theresienstädter Gedenkbuch, Terezinska Iniciativa, vol. I-II Melantrich, Praha 1995, vol. III Academia Verlag, Prag 2000.
Friedhofsdatenbank der IKG Wien, Popper Leopoldine.
Yad Vashem: Popper Josef.

(Das Projekt wird gefördert vom Zukunftsfonds der Republik Österreich).

Text, copyright: Walter Mentzel

Aus dem Projekt:Durch das NS-Regime aus Österreich vertriebene und ermordete Fotografen und Fotografinnen [mehr….]

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